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Eine Gruppe Menschen, darunter drei Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer sowie eine Frau mit Fahrrad, steht gemeinsam vor dem Holocaust-Mahnmal in Berlin-Mitte. Der Himmel ist klar und die Sonne scheint.

„Wem gehört die Stadt?“ Rückblick auf die 10. Berliner Stiftungswoche

Die 10. Berliner Stiftungswoche ist Vergangenheit – ein kleines Jubiläum, das ausgiebig gefeiert wurde. Wir hatten drei besonders schöne Veranstaltungen im diesjährigen Programm und wurden von Bundespräsident a.D. Joachim Gauck gelobt. Unser persönlicher Rückblick auf die Stiftungswoche:

Die Stiftungsrede zur 10. Berliner Stiftungswoche

Ein besonderer Höhepunkt jeder Stiftungswoche ist die jährliche Berliner Stiftungsrede, die im Jahr 2019 von Joachim Gauck, Bundespräsident a. D. gehalten wurde. Ganz besonders freute uns, dass Joachim Gauck in seiner Rede das Engagement der Fürst Donnersmarck-Stiftung und unseres Stiftungsgründers Guido Graf Henckel Fürst von Donnersmarck hervorhob:

Die Fürst Donnersmarck-Stiftung „beschäftigt sich seit über 100 Jahren also mit Wohnraum und, wie wir heute sagen würden, mit Inklusion. Zwei Themen, die in Berlin eine große Rolle spielen“, fasst er unsere Aktivitäten treffend zusammen. Guido von Donnersmarck würdigte er als einen Mann, der „Verantwortung übernommen [hat] für Menschen, die am Rand der Gesellschaft standen, Menschen, die der Krieg versehrt hatte, Menschen, die ihr Leben mit Einschränkungen weiter meistern mussten. Seine Leistung bestand darin, diese Menschen in die Selbständigkeit zu entlassen.“

Joachim Gauck auf der Sicherheitskonferenz am 31.01.2014 in München. Foto: Tobias Kleinschmidt/MSC, CC BY 3.0 DE

Zur Rede im Original auf joachim-gauck.de

Die Stadt muss zugänglich sein

Um an der Stadt teilhaben zu können, muss sie sie für alle zugänglich sein. Gerade Menschen mit Behinderung stehen vor großen Herausforderungen, wenn sie sich selbstbestimmt durch die Stadt bewegen wollen. Zu hohe Bordsteinkanten, defekte Aufzüge, fehlende Blindenleitstreifen oder unübersichtliche, schlecht ausgeschilderte Straßenkreuzungen machen es oft schwer, die Stadt für sich zu erschließen. Selbst wichtige Berliner Sehenswürdigkeiten wie das Holocaust-Mahnmal oder der Fernsehturm sind nicht oder nur teilweise barrierefrei.

Um die Besucherinnen und Besucher der 10. Berliner Stiftungswoche für das Thema Barrierefreiheit und die Geschichte von Menschen mit Behinderung zu sensibilisieren, veranstalteten wir am 6. April 2019 von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr eine „Stadtberollung. Barrierefrei und voller Geschichte(n)“. Die Tour führte uns vom Otto Bock Science Center über das Holocaust-Mahnmal und das Brandenburger Tor bis zum S-Bahnhof Friedrichstraße. Den Abschluss bildete ein gemeinsamer Ausklang im Wohnen mit Intensivbetreuung der Fürst Donnersmarck-Stiftung in Pankow. Bei strahlendem Sonnenschein diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über Barrierefreiheit und hörten Geschichten aus Vergangenheit und Gegenwart der Hauptstadt.

Beispiel gefällig? Wusstet ihr beispielsweise, dass die Quadriga auf dem Brandenburger Tor trotz ihres imposanten Gewichts mehrfach auf Reisen ging und heute nur noch ein Pferdekopf von der originalen Figurengruppe erhalten ist?

Dieselbe Gruppe wie zuvor - diesmal stoppen sie Unter den Linden.
Mit dem Brandenburger Tor im Rücken wurde auch Unter den Linden berollt.

Die Bedeutung von Barrierefreiheit erleben

Ganz praktisch wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der „Stadtberollung“ die Bedeutung von Barrierefreiheit vor Augen geführt, da ein Teilnehmer aus dem Ambulant Betreuten Wohnen nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnte – der Grund: Ausfall des Sonderfahrdienstes. Am S-Bahnhof Pankow war dann auch noch der Aufzug defekt – besser konnte man gar nicht zeigen, dass ohne Barrierefreiheit im öffentlichen Raum keine vollständige Teilhabe von Menschen mit Behinderung möglich ist.

Ausstellung und Diskussionsrunde in der Villa Donnersmarck

Darüber hinaus eröffnete im Rahmen der 10. Berliner Stiftungswoche die Ausstellung „Stadt, Land, ich“. Ulla Lösch und Diorella Schleißing präsentieren zahlreiche Bilder voller Wünsche und Sehnsuchtsorte innerhalb und jenseits der Stadtgrenze. Die Ausstellung ist noch bis einschließlich 30.8.2019 in der Villa Donnersmarck zu sehen.

Am 10. April 2019 fand die zweite Ausgabe der Veranstaltungsreihe Menschen.Rechte – in Kooperation mit der Berliner Landeszentrale für politische Bildung – statt. Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der UN-Behindertenrechtskonvention diskutierten Elke Breitenbach, Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales des Landes Berlin, Christian Specht, Lebenshilfe Berlin, und Thomas Gill, Leiter der Berliner Landeszentrale für politische Bildung, über das Thema politische Teilhabe. Hier geht es zum Hörbericht der Veranstaltung.

Zur Website der Berliner Stiftungswoche