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Ayman Mohsen posiert mit seinem Sohn in einer Sporthalle. Sein Sohn legt den Arm um seinen Vater - beide sitzen in einem Rollstuhl.

Rollstuhlbasketball: Mehr als ein Hobby für Ayman Mohsen

Ayman Mohsen war eine der ersten Personen, die einem ins Auge sprangen, wenn man am 1. und 2. Juni die Sporthalle der Peter-Ustinov-Schule in Berlin-Charlottenburg betrat. Grinsend saß er hinter dem Tisch, auf dem die Tombola-Gewinne aufgebaut sind: Seine gute Laune ist keine Überraschung, denn gerade läuft der Luise-Guder-Cup – das traditionsreiche Rollstuhlbasketballturnier der Sportgemeinschaft Handicap e.V.

Schnell merkt man, dass Ayman Mohsen ein besonderer Charakter ist: Fröhlich, offen, engagiert und vor allem: Voller Begeisterung für seinen Sport. Er ist Übungsleiter für Rollstuhlbasketball bei der Sportgemeinschaft Handicap e. V. (SGH) – einem der größten Vereine für Rollstuhlsport in Berlin.

Ayman Mohsen sitzt an einem langen Tisch auf dem in Großbuchstaben Tombola steht.
Ayman Mohsen am besagten Tombola-Tisch beim Luisde-Guder-Cup. Foto: Privat

„Nächstes Jahr werde ich selbst wieder mit dem Spielen beginnen; wir melden eine vierte Mannschaft für den Ligabetrieb an, in dem vor allem junge Spielerinnen und Spieler aktiv sind. Beispielsweise wird auch mein Sohn mitmachen – darauf freue ich mich schon sehr“

Im Fürst Donnersmarck-Haus zum Rollstuhlbasketball

Dass Ayman Mohsen überhaupt zum Rollstuhlbasketball gekommen ist, hängt mit seiner Biografie zusammen. 1988 kam er aus dem Libanon nach Deutschland. Als Kind hatte er durch eine Handgranate beide Beine verloren und zog deswegen zur Rehabilitation in das Fürst Donnersmarck-Haus in Berlin. Durch den Sohn des damaligen Einrichtungsleiters, Manfred Richter, kam er mit dem Basketballsport in Kontakt und war schnell Feuer und Flamme:

„Damals gab es im Fürst Donnersmarck-Haus noch eine rollstuhlgerechte Sporthalle und ich lieh mir jeden Abend die Hallenschlüssel, um dort Basketball zu trainieren. Das war einfach fantastisch.“

Der Sport als verbindendes Element

Keine Frage: Wenn Ayman Mohsen über „seinen“ Sport und die SGH spricht, leuchten seine Augen. „Wir sind hier eine große Familie – das ist einfach Inklusion pur!“, sagt der Vater zweier Kinder. Und in der Tat: Ob man zu einer Trainingseinheit am Freitagabend oder zum Luise-Guder-Cup kommt – immer ist etwas los und eine angenehme Stimmung. Das liegt sicherlich auch daran, dass Basketball in der SGH Familiensache ist und oftmals mehrere Familienmitglieder in der einen oder anderen Form an dem Turnier oder den Trainingseinheiten involviert sind.

Die Mannschaften der SGH sind inklusiv zusammengesetzt und bestehen aus Menschen mit und ohne Behinderung. Alter, Nationalität oder Herkunft, Geschlecht oder Behinderung spielen beim sportlichen Miteinander keine Rolle – alle geben das Beste im Rahmen ihrer Möglichkeiten.

Fotogalerie vom Luise-Guder-Cup 2019

Sportlicher Wettstreit – aber immer fair und freundschaftlich

Aber natürlich haben die Sportlerinnen und Sportler auch Ehrgeiz und möchten gewinnen. Stolz erzählt Ayman Mohsen, dass die erste Mannschaft der SGH gerade in der vergangenen Rollstuhlbasketballsaison in die Regionalliga aufgestiegen ist – ein großer Erfolg für einen Verein, der trotz seiner Größe immer wieder an seine finanziellen Grenzen kommt. Und auch beim Luise-Guder-Cup geht es hoch her.

Insgesamt zehn Mannschaften aus dem ganzen Bundesgebiet nehmen an dem Wettbewerb teil. „Die Mannschaften sind von uns direkt eingeladen worden – wir möchten ein schönes, ausgeglichenes Turnier, bei dem der Spaß im Vordergrund steht“, erläutert Ayman Mohsen die Zusammensetzung der teilnehmenden Mannschaften. Und trotzdem: Wer am 1. oder 2. Juni in der Halle war, sah das ein oder andere sportliche Schmankerl – wie unser Video vom Turnier zeigt:

Ein Traditionsturnier auf dem Weg zum Jubiläum

Das Turnier selbst hat übrigens schon eine lange Tradition und fand 2019 zum insgesamt 18. Mal statt. 2021 wird es also ein eindrucksvolles Jubiläum geben – auch wenn, wie Ayman Mohsen zu bedenken gibt, es immer eine Herausforderung ist, genügend Sponsoren für die Ausrichtung des Cups zu finden. Doch keine Frage: Auch im nächsten Jahr wird der Luise-Guder-Cup stattfinden und Ayman Mohsen wird gut gelaunt und mit breiten Grinsen durch die Halle fahren.

„Meine Herkunft beeinträchtigt mich mehr als meine Behinderung!“ – Artikel über Ayman Mohsen bei Rollingplanet.

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