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Lea Voitel und ihr Freund beim SPaziergang am Potsdamer Hafen. Sie sitzt im E-Rollstuhl, er leäuft rechts neben ihr.

Wie inklusiv erleben Lernende Schule, Ausbildung und Arbeit? Teil 1

Eine inklusive Regelschule mit Nachteilsausgleich – Durch die UN-BRK können Kinder mit Behinderung seit 2009 ihr Grundrecht auf Bildung  wahrnehmen. Doch auch zehn Jahre später sind viele  Regelschulen nicht barrierefrei und Ausgrenzungen im Klassenzimmer keine Einzelfälle. Lea Voitel (21) hat 2015 ihre Schulzeit mit dem Fachabitur abgeschlossen. Auf  ihre Schulzeit blickt sie folgendermaßen zurück:

Ich hatte alles in Allem eine sehr gute Schulzeit. In der Nähe von Halle, wo ich aufgewachsen bin, habe ich eine ganz normale Grundschule besucht. Das hat sehr gut funktioniert. Meine Eltern haben sich sehr dafür eingesetzt, dass die Schule einen Treppenlift bekommt. Wir Schüler mit Behinderung hatten alle einen Einzelfallhelfer. Danach stand die Frage an, ob ich bei der weiterführenden Schule auf eine „normale“ oder auf eine für Körperbehinderte gehe. Meine Eltern haben sich dann im Hinblick auf die Pubertät für eine Schule für körperbehinderte Kinder entschieden. Ich hatte vorher einen Test für das Gymnasium gemacht und leider nicht bestanden. Die Zeit beim Test reichte mir nicht aus und der Lehrer war auch nicht bereit, mir mehr Zeit zu geben.

In der Körperbehindertenschule hatte ich eine gute Zeit und bin froh, dass ich das gemacht habe. Nach der 10. Klasse überlegte ich, nach Potsdam zu gehen, aber schon wieder Internat, das wollte ich erst Mal nicht. Ich wollte die 11. und 12. Klasse besuchen und meine Fachhochschulreife machen. Daher bin ich  auf ein ganz normales Oberstufenzentrum gegangen. Das war hart. Dort waren es besonders ältere Lehrer, die mit der Inklusion am Anfang standen, meine Klassenkameraden waren eifersüchtig auf meine „Extrabehandlung“. Es sind nicht immer genug Sonderschullehrer für eine Klasse da. Zumindest in der Schule muss man sehr individuell gucken. Körperbehinderung ist auch etwas anderes als jemand mit Lernschwäche. Man kann nicht alle über einen Kamm scheren.


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Lea berichtet übrigens regelmäßig über Reisen, Ausflüge und Themen zu Barrierefreiheit und Inklusion auf ihrer Website: handicaptation.de