Gesichter der Nordbahn: Toni schätzt die Abwechslung
Auf dem ersten Arbeitsmarkt fühlte sich Toni wegen ihrer Angststörung oft überfordert. Bei der Nordbahn gGmbH hat sie ihren Platz gefunden: Hier kann Toni in ihrem Tempo arbeiten, Freundschaften schließen und ihre Kreativität ausleben.
Bei der Nordbahn kann Toni in ihrem Tempo arbeiten
F.: Warum hast Du Dich entschieden, in einer Werkstatt zu arbeiten?
A.: Ich habe gemerkt, dass die Arbeit draußen für mich zu schwer ist. Wegen meiner Angststörung und Panikattacken fühle ich mich unsicher. In der Werkstatt ist es ruhiger und entspannter. Ich kann hier in meinem eigenen Tempo arbeiten.
F.: Wie sieht Dein typischer Arbeitstag bei Dir aus?
A. Um 8 Uhr komme ich mit dem Bus an. Erst trinke ich einen Kaffee, dann frühstücke ich. Danach beginne ich mit meiner Arbeit. Ich mache Montagearbeiten, packe Sachen ein und aus – zum Beispiel für die Auto- und LKW-Industrie.
F.: Was gefällt Dir an der Arbeit in der Werkstatt?
A.: Mir gefällt die Abwechslung. Ich mag lieber schnelle, kräftige Arbeiten als sehr feine Tätigkeiten. Außerdem arbeite ich mit Celine und Chantal zusammen. Wir haben uns hier kennengelernt und verstehen uns gut. Besonders wichtig ist für mich das begleitende Angebot. Ich bin im Kunstkurs und lerne dort, meine Kreativität auszuleben. Das macht mir sehr viel Freude. Zusammen mit Celine und Chantal besuche ich den Kurs regelmäßig.

F.: Welche Schwierigkeiten hattest Du in der Werkstatt? Wie hast Du diese gelöst?
A.: Manchmal gibt es Probleme mit anderen Leuten. Dann spreche ich zuerst direkt mit ihnen. Wenn es nicht klappt, rede ich mit meinem Gruppenleiter. Meistens finden wir dann eine Lösung.
F.: Was machst Du gerne in Deiner Freizeit?
A.: Ich gehe gerne feiern und auf Partys. Ich treffe meine Familie, höre Musik und spiele mit meinem Kater Simba.
F.: Hast Du Vorbilder?
A.: Ja, mein Papa, mein Bruder und meine Schwester Jenny. Jenny ist für mich ein Vorbild, weil sie eine treue, liebe und starke Seele ist.
F.: Hast Du berufliche und/oder private Ziele für die Zukunft?
A.: Ich bin froh, dass ich hier arbeiten kann. Früher dachte ich, ich könnte mal bei Edeka arbeiten. Aber wegen meiner psychischen Probleme geht das nicht. Ein Traum wäre für mich, Model zu sein. Privat wünsche ich mir mehr Glück, Gesundheit und auch etwas mehr Geld, damit das Leben leichter wird.

F.: Welche Erfahrungen haben Dich besonders geprägt und warum?
A.: Sehr prägend war, dass mein Papa einen Herzinfarkt hatte. Und auch spontane Komplimente von anderen Frauen haben mich beeindruckt – das hat mir Kraft gegeben.
F.: Gibt es etwas, das Du schon immer tun wolltest, aber noch nicht die Gelegenheit dazu hattest?
A.: Ja, ich möchte einmal ganz alleine verreisen. Am liebsten dahin, wo die Sonne scheint und es schön ist.
F.: Welches Wort verbindest Du mit „Nordbahn“?
A.: Clown – weil wir in der Gruppe viel lachen. Und auch an das Wort Gruppenleiter denke ich, weil sie uns immer unterstützen und helfen.

Über die Nordbahn
Die Nordbahn gGmbH in Schönfließ bei Berlin bietet 400 Arbeitsplätze in den Bereichen Grünlandpflege, Freiraummöbel, Industriemontage, Konfektionierung, Sondermaschinenbau, Druck-Service und Wäscherei für Menschen mit Beeinträchtigungen an. Dabei werden sie von 120 Angestellten begleitet. Alle Arbeitsbereiche der Nordbahn arbeiten für über 200 Kunden aus der freien Wirtschaft.
Hast Du Interesse die Werkstatt kennenzulernen? Dann schau auf der Webseite www.nordbahn-ggmbh.de vorbei.
Transparenzinformation
Die Fürst Donnersmarck-Stiftung ist Gesellschafterin der Nordbahn gGmbH und der Geschäftsführer der Stiftung, Leopold von Bredow, ist stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Nordbahn.
Die Interviews der Reihe „Gesichter der Nordbahn“ stammen aus der Feder von Ines Baumann, die die Öffentlichkeitsarbeit für die Nordbahn verantwortet.